§ 14 AGB XI - Pflegebedürftigkeit

für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den nachfolgenden

sechs Bereichen, die sich auf die in den Bereichen angegebenen Aktivitäten und Fähigkeiten beziehen:

 

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingen Anforderungen und Belastungen.
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Beeinträchtigungen der Selbständigkeit und Fähigkeitsstörungen, die dazu führen, dass die Haushaltsführung nicht

mehr ohne Hilfe bewältigt werden kann, werden bei den Aktivitäten und Fähigkeiten der genannten Bereiche, ähnlich

wie bei den außerhäuslichen Aktivitäten, mit erfasst.

 

Körperbezogeen Pflegemaßnahmen


Mobilität

Positionswechsel im Bett, stabile Sitzposition halten, Aufstehen aus sitzender Position und Umsetzen, Fortbewegen innerhalb

des Wohnbereiches und Treppensteigen.

 

 

Selbstversorgung (Modul 4)

Körperpflege (vorderer Oberkörper waschen, rasieren, kämmen, Zahnpflege, Prothesenreinigung, Intimbereich waschen,

Duschen oder Baden - einschließlich Harre waschen), An- und Auskleiden.

Ernährung (Essen mundgerecht zubereiten/Getränke eingießen, Essen, Trinken), Ausscheiden (Toilette oder Toilettenstuhl

benutzen.

Folgen einer Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz bewältigen, sowie Umgang mit Dauerkatheter und Stoma.

Bestehen gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme die einen außergewöhnlich pflegeintensiven

Hilfebedarf im Bereich der Ernährung auslösen.

 

 

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Modul 2)

Personen aus dem näheren Umfeld erkennen, örtliche Orientierung, zeitliche Orientierung, Gedächtnis, Entscheidungen

im Alltagsleben treffen, Sachverhalte und Informationen verstehen, Risiken und Gefahren erkennen, Bedürfnisse mitteilen,

Aufforderungen verstehen, sich an einem Gespräch beteiligen.

 

 

Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen (Modul 3)

Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten, nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten,

Beschädigung von Gegenständen, physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen, verbale Aggression, andere

vokale Auffälligkeiten.

Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen, Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen, Ängste, depressive

Stimmungslage, sozial inadäquate Verhaltensweisen, sonstige inadäquate Handlungen.

 

Umgang mit krankheits- /therapiebedingten Belastungen (Modul 5)

Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

im Bezug auf: Medikation, Injektionen, Versorgung intravenöser Zugänge, Absaugen oder Sauerstoffgabe, Einreibungen,

Kälte und Wärmeanwendungen, Messung und Deutung von Körperzuständen, körpernahe Hilfsmittel, Verbandswechsel

und Wundversorgung bei Stoma, regelmäßige Einmalkatheterisierung, Nutzung von Abführmethoden, Therapiemaßnahmen

in häuslicher Umgebung, Arztbesuche. Besuche anderer medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen

 

 

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (Modul 5)

Tagesablauf gestalten und an Veränderungen anpassen, Ruhen und Schlafen, sich beschäftigen, in die Zukunft gerichtete Planungen

vornehmen, Interaktion mit Personen im direkten Kontakt und Kontaktpflege zu Personen außerhalb des direkten Umfeldes.

 

 

 

Pflegegrade

  1. geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit.
  2. erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.
  3. schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.
  4. schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.
  5. schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.